IDW S 9 Standard zur Bescheinigung im Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO (18.08.2014)


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Verfasst am: 21. 01. 2015 [15:03]
Henning Werner
Henning Werner
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Neuer IDW S 9 Standard zur Bescheinigung im Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO (18.08.2014)

In Zusammenhang mit der Beantragung des sog. Schutzschirmverfahrens nach § 270b InsO ist bei Gericht eine Bescheinigung vorzulegen aus der hervorgeht, dass der Schuldner drohend zahlungsunfähig (nicht zahlungsunfähig) oder überschuldet ist und die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist.

Das IDW hat am 18.08.2014 mit dem IDW S 9 einen Standard vorgelegt, der die Anforderungen an die Bescheinigung i.S.d. § 270b InsO darlegt. Nicht-Mitglieder des IDWs können den neuen IDW S 9 beim IDW-Verlag unter post(at)idw-verlag[dot]de gebührenpflichtig bestellen.

Nach § 270b InsO kann die Bescheinigung nur von einem in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder einer Person mit vergleichbarer Qualifikation erstellt werden (lt. Gesetzesbegründung z.B. Steuerbevollmächtigte, vereidigte Buchprüfer oder Personen mit vergleichbarer Qualifikation im EU-Ausland).

Das Gesetz und die Gesetzesbegründung stellen somit nur auf Berufsträger und Kammerangehörige ab. In der Praxis ist aber zu beobachten, dass auch Unternehmensberater entsprechende Bescheinigungen ausstellen und diese von Gerichten anerkannt werden. Daher ist zu empfehlen, dass die Eignung des Bescheinigers mit dem zuständigen Gericht im Vorfeld abgestimmt wird.

Der IDW S 9 nimmt Stellung dazu, wie die Prüfung auf drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zu erfolgen hat. Dies ist ausführlich im neuen IDW ES 11 geregelt.

Nach IDW S 9 ist eine Sanierung dann offensichtlich aussichtslos, wenn nicht im Rahmen eines Grobkonzepts mindestens grundsätzliche Vorstellungen darüber vorliegen, wie die angestrebte Sanierung konzeptionell und finanziell erreicht werden kann. Das Grobkonzept muss das Ziel der angestrebten Sanierung, die dafür wesentlichen Maßnahmen, aber auch etwaige wesentliche Hindernisse der Sanierung darstellen (IDW S 9 Tz. 23). Das Grobkonzept umfasst mindestens eine Analyse der Krisenursachen, die Darstellung der aktuellen wirtschaftlichen Situation, eine Skizze des Zukunftsbildes sowie eine grobe Beschreibung der angestrebten Maßnahmen mit ihren finanziellen Auswirkungen. Dabei ist überschlägig einzuschätzen, ob die skizzierten Maßnahmen für eine erfolgreiche Sanierung im Rahmen eines Insolvenzplans ausreichen können (IDW Tz. 24).

Weiterführende Literatur zum Thema: Abel, Paul (2014): Das Insolvenzverfahren; in: Crone/Werner (Hrsg.): Modernes Sanierungsmanagement, Vahlen Verlag, S. 357 - 442.



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