IDW ES 11 Beurteilung von Insolvenzgründen


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Verfasst am: 09. 09. 2014 [17:56]
Henning Werner
Henning Werner
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Das IDW hat im Mai 2014 den Entwurf eines neuen Standards zur Beurteilung der Insolvenzgründe Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit vorgelegt. Die Anhörungsfrist läuft bis zum 12. Dez. 2014. Der IDW ES 11 Standard kann auf der Internetseite des IDW heruntergeladen werden (Link:http://www.idw.de/idw/portal/d639262/index.jsp)

Der neue IDW ES 11 löst somit den alten PS 800 zur Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit sowie den FAR 1/1996 zur Beurteilung der Überschuldung ab.

Im Bereich der Zahlungsunfähigkeit gibt es im Prinzip nichts grundlegendes Neues. Die Prüfung basiert im Wesentlichen auf den Leitlinien, die der BGH in seinem Urteil vom 24. Mai. 2005 vorgegeben hat. Im Grunde handelt es sich um eine Prüfung in drei Schritten. Im ersten Schritt wird stichtagsbezogen auf Basis eines Finanzstatus geprüft, ob eine Liquiditätslücke besteht (fällige Verbindlichkeiten > liquide Mittel). Ist dies nicht der Fall, besteht Zahlungsfähigkeit. Eine weitere Prüfung ist nicht notwendig.

Besteht eine Liquiditätslücke, ist im zweiten Schritt zu prüfen, wie sich diese im Zeitraum von drei Wochen entwickelt. Ist die Liquiditätslücke am Ende des 3-Wochenzeitraums < 10 % kann i.d.R. von Zahlungsstockung ausgegangen werden. Dann ist aber im dritten Schritt in einem erweiterten Betrachtungszeitraum von 3 bis max. 6 Monaten zu dokumentieren, dass die Liquiditätslücke (nahezu) vollständig geschlossen werden kann.

Beträgt die Liquiditätslücke am Ende des 3-Wochenzeitraums jedoch mehr als 10 % ist i.d.R. von Zahlungsunfähigkeit auszugehen (Ausnahme siehe Prüfungsschema).

Das detaillierte Prüfungsschema ist als Anlage beigefügt (Quelle: Crone / Werner (2014): Modernes Sanierungsmanagement, 4te Auflage).

Die Überschuldungsprüfung ist bereits im Jahr 2008 durch das Finanzmarktstabilisierungsgesetz geändert worden. Danach gilt nun dauerhaft das zweistufige Verfahren, nach dem zunächst eine Fortbestehensprognose zu erstellen ist. Bei der Fortbestehensprognose handelt es sich um eine Zahlungsfähigkeitsprognose für das laufende und das folgende Geschäftsjahr.

Ist die Fortbestehensprognose positiv, besteht keine Überschuldung und eine weitere Prüfung ist nicht erforderlich. Ist die Fortbestehensprognose negativ, hat eine insolvenzrechtliche Überschuldungsprüfung auf Basis von Liquidationswerten zu erfolgen. Ist das Vermögen auf Basis dieser Wertansätze geringer als die Verbindlichkeiten besteht Überschuldung.

Das detaillierte Prüfungsschema ist als Anlage beigefügt (Quelle: Crone / Werner (2014): Modernes Sanierungsmanagement, 4te Auflage).

Mit dem ES 11 Standard legt des IDW nun erstmals einen integrierten Standard zur Prüfung der Insolvenzgründe vor, dies ist sehr zu begrüßen.

[Dieser Beitrag wurde 5mal bearbeitet, zuletzt am 10.01.2015 um 12:39.]
Dateianhang

2014.09.09 IDW ES 11 - Prüfungsschemata.docx (Typ: application/vnd.openxmlformats-officedocument.wordprocessingml.document, Größe: 71.67 Kilobyte) — 763 mal heruntergeladen
Verfasst am: 22. 04. 2015 [18:16]
Raoul Kreide
Raoul Kreide
Dabei seit: 29.06.2012
Beiträge: 41
Mittlerweile wurde die finale Fassung des IDW S11 veröffentlicht. Sie finden den Text des neuen IDW S11 in den Fachnachrichten des IDW (Heft 4/2015, S. 202ff.) und als Beilage zur Zeitschrift "Die Wirtschaftsprüfung".

Gegenüber dem Entwurf IDW ES 11 wurde einigen Klarstellungen vorgenommen. Daneben wurde der Prognosehorizonts konkretisiert:

Während bei der Überschuldungsprüfung regelmäßig das laufende und folgende Geschäftsjahr zu berücksichtigen sind (so auch die bislang herrschende Meinung), kann der Prognosehorizont bei der Beurteilung der drohenden Zahlungsunfähigkeit ausnahmsweise dann kürzer sein, wenn zum Beurteilungsstichtag nur kurzfristige Verbindlichkeiten bestehen.



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